FRESSER

Projekttitel: Neue Konzepte für Bio-Kälber aus Milchviehbetrieben für die Qualitätsrindermast (Biofresseraufzucht)

Kuh mit vier Kälbern auf einer Anhöhe

STUDIA ist neben BIO AUSTRIA, Raumberg Gumpenstein und der Landwirtschaftskammer Österreich Teil des Projekts „FRESSER“. Fresser sind Kälber die zwischen dem 4. Und 5. Lebensmonat auf 150 bis 180 kg gefüttert werden und anschließend auf Mastbetrieben oder am eigenen Betrieb fertig gemästet werden.

Aktuell wird der Großteil des österreichischen Bio-Rindfleischbedarfs über die Nachkommen aus der Mutterkuhhaltung gedeckt, die als Bio-Jungrind bzw. Bio-Weiderind im Lebensmitteleinzelhandel zu finden sind. Aufgrund der rückläufigen Anzahl an Bio-Mutterkühen in Österreich seit über 10 Jahren entwickelt sich am Markt eine Knappheit an Bio-Rindfleisch. Vom Lebensmitteleinzelhandel wird daher starkes Interesse an Produkten aus neuen Bio-Rindermastschienen bekundet. Zudem soll die Nachfrage nach Bio-Produkten in Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie und Lebensmittelhandel laut der „Vision 2028+“ des BML zukünftig weiter gesteigert werden (BML 2024).

Während die Anzahl an Mutterkühen rückläufig ist, steigt die Anzahl der Bio-Milchkühen an. Auch die Kälber der Bio-Milchkühe werden für die Rindfleischmast genutzt, jedoch meistens bereits sehr jung (2-6 Wochen) an konventionelle (Vor)Mastbestriebe im Aus- und Inland verkauft. Ein Grund dafür ist, dass die biologische Fresseraufzucht mit höheren Kosten, vor allem durch teurere Futtermittel wie Milch und Kraftfutter, derzeit für die meisten Bio-Betriebe nicht rentabel ist. Die Kälber gehen dem Bio-Mastsystem damit verloren und fehlen somit in der Bio-Rindfleischmast. Damit die Kälber von Milchviehbetrieben im Bio-Kreislauf verbleiben, ist die Erarbeitung von neuen Konzepten für die Qualitätsrindermast in der biologischen Landwirtschaft erforderlich.

Im Projekt FRESSER sollen vier verschiedene Versionen der Fresseraufzucht auf Projektbetrieben erprobt und auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft werden. Neben der Fresserproduktion am Bio-Milchviehbetrieb werden dies die Fresserproduktion durch spezialisierte Bio-Fressererzeuger, die Fresserproduktion am Bio-Endmastbetrieb sowie die Fresserproduktion in Bio-Mutterkuh- oder Ammenkuhhaltung unter direktem Kuh-Kalb-Kontakt sein.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt sollen interessierten Betrieben eine Entscheidungshilfe sein und gegebenenfalls den Einstieg und die Etablierung einer erfolgreichen Fresseraufzucht unterstützen.

Die Aufgabenbereiche von STUDIA in diesem Projekt sind:

  • Die betriebswirtschaftlichen Bewertung der Bio-Fressererzeugung sowie der daran anschließenden Bio-Kalbinnen- und Ochsenmast.
  • Der Vergleich der wirtschaftlichen Effizienz verschiedener Fresser-Produktionssystem.
  • Die Identifikation wirtschaftlich relevanter Stellschrauben.
  • Die Diskussion möglicher Fördermaßnahmen und differenzierter Vermarktungsstrategien.

Projektlaufzeit: Feb.2025-Jan.2028

Projektleiter: Bio Austria

Projektinfos: https://www.bio-austria.at/bio-bauern/beratung/tierische-erzeugung/projekt-eip-fresseraufzucht/

Förderschiene: EIP-Agri: Die Europäische Innovationspartnerschaft für landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit (EIP-Agri) ist ein Konzept zur Förderung von Innovationen in der Land- und Forstwirtschaft. Ziel der EIP-AGRI ist es, den Austausch zwischen der modernen Forschung und Technologie und der land- und forstwirtschaftlichen Praxis zu verbessern.

English: https://www.studia-austria.com/en/fresser/