ELBE

Projekttitel: Energieautarke Landwirtschaft – Betriebswirtschaftliche Empfehlungen und Beratungsunterstützung

Überflugbild Bauernhof mit Photovoltaik am Dach
(c) Michael Eder

Für landwirtschaftliche Betriebe spielen die Aufwendungen für Energie, insbesondere in Form von Strom, durch den Anstieg der Energiepreise eine immer größer werdende betriebswirtschaftliche Rolle. Da die Strompreise auch zukünftig auf höherem Niveau bleiben werden, aber vor allem volatiler werden als bisher, steigt das betriebswirtschaftliche Preisrisiko für landwirtschaftliche Betriebe.
Ebenso ist die Versorgungssicherheit zunehmend in den Fokus des gesellschaftlichen Diskurses geraten. Aufgrund der hohen Abhängigkeiten Österreichs von importierten Energieträgern führt dies zu einem zunehmenden Risiko in der Versorgungssicherheit.

Eine Form des Risikomanagements kann sein, den Betrieb größtmöglich energieautark zu gestalten. Die Möglichkeiten dazu sind durch die Weiterentwicklung erneuerbarer Energietechnologien vielfältiger geworden und die Investitionsentscheidung für landwirtschaftliche Betriebe oft mit großer ökonomischer Unsicherheit verbunden.

Ziele des Projektes:

  • Erhebung der am Markt verfügbaren Technologien (im Bereich der Solarstromproduktion, -speicherung und -nutzung)
  • Betriebswirtschaftliche und technische Bewertung betrieblicher Entwicklungspfade (Flexibilisierungsmaßnahmen im Effizienz- und Lastmanagement) hinsichtlich Energieautarkie
  • Erhebung deren Akzeptanz unter Betriebsleiter*innen

Dazu werden neben den Erhebungen zu Motiven bei derartigen Investitionsentscheidungen und Einstellungen zur Energieautarkie und Risikowahrnehmung, zeitlich hochaufgelöste Energiesimulation und betriebswirtschaftliche Risikobewertungsmodelle erarbeitet und auf typischen Betrieben der österreichischen Landwirtschaft   angewendet. Daraus wir ein Exceltool entwickelt, dass die Arbeit in der landwirtschaftlichen Beratung unterstützen und somit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung nachhaltigerer Strukturen in der Landwirtschaft leisten soll.

Ergebnisse:

Die Ergebnisse zeigen, dass insbesondere die Betriebe der Schweine- und Geflügelhaltung ein hohes Bewusstsein für die Notwendigkeit der Energieautarkie als Teil des Risikomanagements haben. Gleichzeitig weisen diese Betriebe eine hohe Umsetzungsrate und Akzeptanz für Flexibilisierungsmaßnahmen, wie die Anpassung der Arbeitsabläufe an die Stromproduktion und den Stromverbrauch, auf. Bei rinderhaltenden Betrieben zeigt sich das Gegenteil. In Verbindung mit den zunehmenden technologischen Möglichkeiten ergibt sich für diese Betriebe ein großes Potenzial zur Steigerung der Energieautarkie. Um die betriebliche Energieautarkie dieser Betriebe sowohl betriebswirtschaftlich als auch technisch optimal zu gestalten, sind betriebstypenspezifische Beratungen und betriebsindividuelle sowie standortspezifische Optimierungen von großem Vorteil. Die im Rahmen des Projekts erarbeiteten betriebstypenspezifischen Kennwerte, kombiniert mit dem entwickelten Tool, können hierbei unterstützend wirken.

Endbericht: Endbericht_ELBE_final

Projektleitung: STUDIA

Projektpartner:

Dieses Projekt wird im Rahmen des Ressortforschungsprogramms über dafne.at mit Mitteln des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Regionen und Wasserwirtschaft finanziert. Das BML unterstützt angewandte, problemorientierte und praxisnahe Forschung im Kompetenzbereich des Ressorts.